| Historischer Abriß?
Unter den verschiedenen Herrschern, wie u. a. Yacoub el-Mansour, die über die Stadt regiert hatten, war es Mohammad III, der 1750 den Auftrag erteilte, alle Heiligtümer, Moscheen, Tore, Kasbas und Medrasas in ganz Marokko, die zum Teil oder komplett zerstört waren, zu restaurieren. Marrakesch blieb unter den Alaouiten 25 Jahre lang die Hauptstadt von Marokko. Im Jahr 1873 wurde Moulay Hassan zum Sultan von Marrakesch gewählt. Im Jahr 1912 verlor Marrakesch unter dem französischen Protektorat und durch das politische Verhalten von General Lyautey, den Status der Hauptstadt von Marokko. Die eindrucksvollen, aus Lehm und Kalk gebauten Festungsmauern mit einer Länge von 10km stammen aus dem 12. Jahrhundert und wurden in dem 18. Jahrhundert vervollständigt. In den Mauern mit einer Höhe von 8 bis 10m befinden sich dutzende Tore im spanisch-maurischen Stil.
Der Souk
Marrakesch war ein zentraler Ort für Karawane, die auf ihrer Reiseroute zur Sahara unterwegs waren. Deshalb waren die ersten Souks in verschiedene Zünften gegliedert. Heute sind diese nicht mehr von einander zu unterscheiden. Hinter dem Jemaa-el-Fna Platz befindet sich ein Labyrinth von Straßen und Gässchen, oft überdacht mit u. a. Reet zum Schutz gegen die pralle Sonne. Man kann hier Produkte von fast allen Handwerksbetrieben kaufen…Die Handwerker der „Eisenwerkstatt“ zeigen Ihnen vor Ort ihre bewundernswerten Fähigkeiten!
Die Medrasa Ben Youssef
Diese Koranschule ist ohne Zweifel eines der schönsten Gebäude von Marrakesch. Sie wurde im 14. Jahrhundert gegründet aber leider in 1565 durch den Sultan Moulay Abdallah komplett zerstört. Die wunderschönen Dekorationen zeigen andalusische Einflüsse, insbesondere im Marmor- und dem Schnitzdekor des Zedernholzes: die „Hufeisenform“ fehlt hier. In der Mihrab genannten Gebetsnische stellt man sich in Richtung Mekka auf, das Gesicht zur Innenseite gewandt… wegen der guten Akustik kann man den Salaat sehr gut über den gesamten Innenplatz hören.
Die Koutoubia-Moschee
Dies ist eine der größten Moscheen in Marokko. Sie wird auch als Koranschule genutzt und ist das architektonische Wahrzeichen der Berberstadt. Das 77m hohe Minarett ist aus rosafarbenem Stein gebaut und wurde 1199 unter dem Sultan Yacoub-el-Mansour fertig gestellt. Kennzeichnend für dieses Bauwerk ist die genaue Proportion des Minaretts: ein Breite-Höhe-Verhältnis von 1:5. Vier kupfernen Kugeln, wiederum in geometrisch sehr geordneten Verhältnissen, krönen die Lichtkuppel. Die unterste Kugel ist klein und kann vom Boden nicht gesehen werden. Die Zweite hat einen Durchmesser von 2m. Die dritte und vierte Kugel sind jeweils die Hälfte und einen Dreiviertel kleiner als die Zweite. Laut einer Legende sind diese Kugeln aus purem Gold, mit den Juwelen der Ehefrau von Yacoub-el-Mansour angefertigt worden. Sie musste damals büßen, weil sie während des Ramadans das Fasten drei Stunden lang unterbrochen hatte. Es gab an der gleichen Stelle der Koutoubia bereits im 1147 eine andere Moschee, aber diese wurde abgerissen, als festgestellt wurde, dass ihre qibla (die vom Koran vorgeschriebene Gebetsrichtung der Muslime zur Kaaba in Mekka) falsch war. Rechts der heutigen Moschee kann man noch immer die alten Fundamente sehen.
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